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im Fremdsprachenunterricht

Web 2.0 – Die Zukunft?!

Posted by tweety82 - April 29, 2008

1. Was ist oder war Web 1.0?
2. Die Entwicklungsgeschichte
3. Ein Vergleich zwischen Web 1.0 und Web 2.0 von O’Reilly und John Battelle
4. Aber web 2.0 ist noch mehr…
5. Fazit

1. Was ist oder war Web 1.0?

Web 1.0 bezieht sich auf den Zustand des World Wide Web vor Web 2.0 und umfasst die meisten Webseiten des Zeitraums zwischen 1994 und 2004. Web 1.0 muss vor allem als ein Retronym verstanden werden. Demnach wurde Web 1.0 rückwirkend benannt nachdem der Begriff „Web 2.0“ eingeführt wurde und hat daher sehr vage definierte Grenzen. Zum größten Teil handelte es sich bei den Webseiten strenggenommen um ein einseitig veröffentlichtes Medium.

2. Die Entwicklungsgeschichte – Von 1.0 zu 2.0

„Das Zerplatzen der Dot-Com-Blase im Herbst 2001 stellte einen Wendepunkt für das World Wide Web dar“ (O’Reilly, 2005) – Nicht jedoch einen Zusammenbruch, sondern ein stetiges Wachstum an interessanten neuen Anwendungsmöglichkeiten und Seiten kennzeichnete die zunehmende Bedeutung. So wurde, im Rahmen eines Brainstormings zwischen O’Reilly und Media Live International, das Konzept Web 2.0 bzw. die Web 2.0 Konferenz ins Leben gerufen.

Brainstorming: Karte des Web 2.0

Eineinhalb Jahre später setzte sich der Begriff Web 2.0 tatsächlich durch. Aber Einigkeit darüber, was Web 2.0 nun genau ist, herrscht immer noch nicht. „Einige halten es für ein bedeutungsloses Schlagwort aus dem Marketing, andere akzeptieren es als neue allgemeingültige Einstellung“ (O’Reilly 2005).

„Wie viele andere wichtige Konzepte, hat Web 2.0 keine genauen Begrenzungen, sondern vielmehr ein Gravitationszentrum. Man kann Web 2.0 als eine Ansammlung von Prinzipien und Praktiken visualisieren, die ein regelrechtes Sonnensystem von Seiten zusammenhalten, die einige oder alle dieser Prinzipien in unterschiedlicher Entfernung vom Zentrum demonstrieren.“ (O’Reilly 2005)

Quelle: Tim O’Reilly (2005): Was ist Web 2.0? – Entwurfsmuster und Geschäftsmodelle für die nächste Software Generation. Deutsche Übersetzung.

3. Ein Vergleich zwischen Web 1.0 und Web 2.0 von O’Reilly und John Battelle

Im Hinblick auf den Vergleich zwischen Web 1.0 und Web 2.0 versuchen O’Reilly und John Battelle in ihrem Brainstorming den Unterschied an Beispielen festzumachen:

Web 1.0 Web 2.0
DoubleClick –> Google AdSense
Ofoto –> Flickr, Mister Wong
Akamai –> BitTorrent
mp3.com –> Napster
Britannica Online –> Wikipedia
Persönliche Webseiten –> Blogs
Spekulation mit Domain Namen –> Suchmaschinen-Optimierung
Seitenaufrufe –> “cost per click”
Extraktion mittels Screen Scraping –> Web Services
Veröffentlichung –> Beteiligung
Content Management Systeme –> Wikis
Taxonomie (Verzeichnisse) –> “Folksonomy” (Tagging)
Feststehend (”stickiness”) –> Zusammenwachsen (”syndication”)


Quelle: Tim O’Reilly (2005): Was ist Web 2.0? – Entwurfsmuster und Geschäftsmodelle für die nächste Software Generation. Deutsche Übersetzung.

Hieraus lässt sich schließen, dass Pioniere im Bereich des Web Service wie Doubleclick oder Akamai durch radikalere, verbesserte Anwendungen wie Overture und Adsense oder Bittorrent ersetzt worden sind. Die Fahnenträger der Web 1.0 Anwendungen wurden überholt und machten Platz für Wikis, Blogs und Google, wobei diese Konzepte auf den zentralen erfolgreichen Prinzipien, die hinter den Giganten aus der Web 1.0 Ära stehen, aufbauen. Jene Grundprinzipien wurden demnach in die Web 2.0 Ära überführt und in die neuen Anwendungen integriert – man machte sich die Stärke des Web 1.0, die „kollektive Intelligenz“ (O’Reilly 2005) zu Eigen:

  • Hyperlinks bilden die Grundlage des Webs! Stellen Nutzer neue Inhalte und Seiten online, werden sie durch die Verlinkung von anderen Nutzern in die Struktur des Webs einbezogen; ähnlich den Synapsen im Gehirn.
  • Yahoo begann als Katalog oder Verzeichnis von Links, eine Sammlung der besten Ideen von Milliionen Web-Nutzern. Obwohl Yahoo inzwischen viele Arten von Inhalten bereitstellt, bleibt sein Kern dennoch die Rolle eines Portals zu den gesammelten Werken der Internet-Gemeinde (vgl. O’Reilly 2005).
  • Der Durchbruch für Google, der Marktführer in Sachen search engines, war eine Methode namens Page-Rank, welche die Linkpopularität einer Seite bzw. eines Dokumentes festlegt (Das Grundprinzip lautet: Je mehr Links auf eine Seite verweisen, umso höher ist das Gewicht dieser Seite), um bessere Suchergebnisse zu liefern.
  • eBay ist ein Produkt gemeinschaftlicher Aktivität, welches auf natürliche Weise durch die intensive Nutzung der User wächst. Die Rolle des Unternehmens beschränkt sich hierbei auf die Bereitstellung des Rahmens, in dem die Nutzung stattfinden kann.
  • Amazon hat aus dem Engagement seiner User eine Wissenschaft gemacht. Es besitzt zahlreiche Bewertungsmöglichkeiten, – vom erworbenen Produkt über den Verkäufer bis hin zum Käufer – bietet in verschiedenster Weise Möglichkeiten zur Teilnahme auf nahezu allen Seiten an und nutzt die individuelle Useraktivität zur Produktion besserer Suchresultate. Die Ergebnisse bei Amazon starten mit den „beliebtesten“ Produkten, einem in Echtzeit berechneten Maßstab, den es nicht nur auf die Verkaufsmenge, sondern auch auf andere Faktoren zurückzuführen gilt- der sogenannte „Flow“ (O’Reilly 2005) der Produkte.

Inzwischen hinterlassen Firmen immer häufiger ihre Spuren im Web, wenn sie nicht sogar nur darauf basieren:

  • Wikipedia, eine Online-Enzyklopädie basierend auf der Idee, dass jeder Eintrag von jedem Internet-User bearbeitet werden kann, stellt ein radikales Experiment mit Vertrauen und eine tiefgreifende Veränderung in der Dynamik der Inhaltsgenerierung dar. Diese Multiautorenschaft birgt jedoch auch einige Gefahren, welche im Rahmen wissenschaftlichen Arbeitens nicht zu unterschätzen ist.
  • Social Bookmarking Seiten wie del.icio.us, Flickr oder Mister Wong haben ein Konzept vorangetrieben, dass im Allgemeinen als „Folksonomy“ (ebd.) bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um eine Art kollaborativer Kategorisierung von Seiten mit frei wählbaren Keywords, so genannten „Tags“ (ebd.). Taggen erlaubt vielseitige, häufig überlappende Assoziierung.
  • In O’Reilly’s Artikel „Web 2.0“ heißt es des Weiteren: „Es ist eine Binsenweisheit, dass die großen Erfolgsstories des Internet ihre Produkte nicht bewerben. Ihre Anziehungskraft beziehen sie nur aus der Mundpropaganda. Man könnte daraus fast den Schluss ziehen, dass ein Produkt, welches auf sonstige Werbung angewiesen ist, nicht zu Web 2.0 gezählt werden kann“ (2005). Mit dieser Aussage kann ich allerdings nur teilweise d’accord gehen. Zwar haben Web 2.0 Anwendungen wie Google oder Napster ihren Erfolg zum Teil der Mundpropaganda zu verdanken, doch auch ihre Produkte bzw. Dienstleistungen werden beworben. Außerdem unterliegt man wohl einem Trugschluss, wenn man versucht zu konkludieren, dass ein Produkt, welches auf Werbung angewiesen ist, nicht zu den Web 2.0 Anwendungen gezählt werden darf. Welche Firma, welches Unternehmen nutzt nicht die für unser Zeitalter typische Medienvielfalt um seine Produkte oder Dienstleistungen publik zu machen? Pop-ups jedes großen Anwenders oder andere Werbebanner springen uns täglich beim Öffnen der verschiedensten Seiten entgegen: von Yahoo über Amazon bis eBay und co. Des Weiteren ist mir kein Artikel oder Produkt bekannt, welches zu Erfolg gelang ohne dafür geworben zu haben.
  • Sehr viele Bestandteile der Internet-Infrastruktur, z.B. Linux oder Apache sind so genannte Open Source Anwendungen, Ausprägungen von durch das Netz ermöglichter kollektiver Intelligenz.

4. Aber Web 2.0 ist noch mehr…

Die eben schon erwähnten Begriffe des Social bookmarkings, des Google-Maps oder der Blogosphäre, aber auch Termini wie RSS, Atom, Trackback, iPod, Podcasting oder AJAX stellen einige der wichtigsten Buzzwords dar, welche man im Zusammenhang mit Web 2.0 erwähnen muss.

Letztendlich geht es dabei vor allem um eines: Nicht mehr die Programme auf dem PC zählen, das Internet selbst wird die Anwendung. Allenthalben wird Google jetzt schon als größte Bedrohung für Microsoft gesehen. Zu recht?! Befürworter dieser These gehen davon aus, dass sich die Zeiten der lokalen Datenhaltung dem Ende neigen, da Mobilität das Stichwort ist und die Inhalte im Netz ihre Vorlage finden. Wer es darauf anlegt, hat jetzt schon per Handy vollen Zugriff auf das Web. Kann Nachrichten lesen, Musik herunterladen oder Videos ansehen. Es ist nicht mehr wichtig wo man ist, man braucht lediglich Zugang zum Internet. Egal ob per Kabel oder Funk (WLAN oder UMTS), Daten und Content sind immer und überall verfügbar. Kritiker, zu denen auch ich mich zählen würde, sind immernoch der Auffassung, dass das Internet, das Web 2.0, einen immer höheren Stellenwert einnimmt, jedoch niemals Anbieter wie Microsoft von ihrem Thron stoßen wird. Meines Erachtens nach, kann man hier überhaupt keinen Vergleich ziehen, da Google als Suchmaschine komplett andere Funktionen und Aufgaben übernehmen soll (und übernimmt), als Betriebssysteme oder Programme und Anwendungen wie Powerpoint, Excel und Word des Marktführers Microsoft.

Worauf sich jedoch sowohl Kritiker als auch Befürworter einigen können, ist wohl, dass Web 2.0 für Innovation, Interaktivität und Multimedialität steht: http://www.socialweb-guide.de/

5. Fazit

Das Fazit für Web 2.0: „Netzwerk-Effekte durch Nutzerbeteiligung sind der Schlüssel zur Marktdominanz in der Web 2.0 Ära“ (O’Reilly 2005).

Nichts verdeutlicht so prägnant das Schöne und das Gefährliche von Web 2.0, wie das Video EPIC 2015 des Museum of Media History.

Autoren: Mariana Chukanska, Shalina Stamm, C. Horn, Sergej Golofast, Christina Köhler, Catharina Schwenke, Jessi

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Eine Antwort to “Web 2.0 – Die Zukunft?!”

  1. dieclaus said

    der punkt 6. ist vollkommen veraltet, kann der verfasser eventuell mal etwas daran verändern (siehe kommentare in unseren studip. wiki)? wenn nicht, nehme ich den punkt raus oder ändere ihn selber.

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